Passengers
Ein klassischer Aufbruch ins Unbekannte: Junge Paare, Van, Freiheit. Klingt nach Romantik, ist aber in »Passenger« eher der Startschuss für den Horror. Regisseur André Øvredal kennt sein Handwerk. Schon nach wenigen Kilometern bricht die Illusion. Ein tödlicher Unfall, und plötzlich heftet sich ein unheimlicher Verfolger an die Fersen. Die offene Straße wird zum endlosen Tunnel aus Angst und Orientierungslosigkeit.
Øvredal nutzt die klaustrophobische Enge des Vans und die monotone Weite der Highways, um ein Gefühl permanenter Bedrohung zu erzeugen. Die Figuren können nicht aussteigen, nicht entkommen. Sie müssen weiterfahren, obwohl jeder Kilometer die Lage verschlimmert. Der Motor wird zum Metronom der Panik. Die amerikanische Landschaft ist hier keine Kulisse, sondern eine psychologische Falle.
Ehrlich gesagt, zeigt der Film, wie fragil die vermeintliche Sicherheit individueller Mobilität ist. Ein Roadtrip kippt schnell in einen Albtraum. Wer diesen Film sieht, versteht intuitiv, warum es manchmal schlicht klüger ist, die Bahn zu nehmen. Man kommt an, ohne im Dunkel der Highways verschwinden zu müssen.
»Passenger« ist ein intensives Kinoerlebnis, das das Genre neu definiert. Ein Muss für alle, die Angst vor dem offenen Weg haben. Spannung pur. Fast zu viel Spannung, dann lobe ich mir doch lieber mein DB Deutschlandticket. Wenn es da zu dramatisch wird, kann man sich wenigstens auf dem (hoffentlich nicht „Außer Betrieb“) Klo verstecken.
José
Buch: T.W. Burgess, Zachary Donohue
Regie: André Øvredal
Darsteller: Melissa Leo, Jacob Scipio, Lou Llobell
Kamera: Federico Verardi
Musik: Christopher Young
Bundesstart: 21.05.2026
Start in Dresden: 21.05.2026
FSK: ab 16 Jahren