Montag, 9.November 19:30 Programmkino Ost

Premiere in Anwesenheit der Regisseurin Maria Wischnewski

TRAILER

Helene Weigel

Dokumentation/Portrait, Deutschland/Österreich 2026, 102 min

Wenn man das Plakat sieht, mit dem der Dokumentarfilm von Maria Wischnewski beworben wird, könnte man meinen, Helene Weigel sei eine Zeitgenossin - dabei ist das Foto mehr oder weniger 100 Jahre alt. Helene Weigel: Schauspielerin, Kommunistin, Ehefrau Bertolt Brechts, Intendantin des Berliner Ensembles. Doch gerade jüngeren Menschen ist sie heute wohl kaum noch ein Begriff. Dabei ist ihre Geschichte eine universelle, die aktueller denn je ist.
Weigel wird 1900 als Jüdin in Wien geboren, spielt schon in den 20ern am Theater in Berlin und lernt alsbald Brecht kennen, von dem sie unehelich das erste Kind bekommt. 1929 heiraten sie und emigrieren 1933. 15 Jahre lang leben sie in Skandinavien und den USA, reisen durch die Sowjetunion. 1948 kehren sie nach Berlin zurück - in den Osten der Stadt. Dass die Weigel dort für Unruhe sorgen wird: geschenkt!
Dokumentarfilmspezialistin Maria Wischnewski blickt mit ihrem Film hinter diese Fakten und gibt Helene Weigel den ihr gebührenden Raum. Mithilfe von Ton-, Film- und Fotomaterial zeichnet sie das vielschichtige Bild einer Frau, die in der Öffentlichkeit rau und spröde gewirkt haben mag. In ihren persönlichen Briefen aber suchte sie nach Liebe, Sinn und Verbindung, war Brecht doch alles andere als der treuliebende Ehemann. Seine und ihre Briefe werden von August Diehl und Birgit Minichmayr gelesen, außerdem kommen einige Wegbegleiter:innen und Nachkommen zu Wort. Ein paar geführte Interviews fielen jedoch dem Schnitt zum Opfer, um Helene Weigel selbst zu Wort kommen zu lassen. Äußerst interessant: besonders, wenn man sie nicht kennt.
mana